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Stärkung der Persönlichkeit – umfassende soziale, globale und ethische Bildung

Bildung zum Schutz der Erde sehen wir – ebenso wie die Bildung für nachhaltige Entwicklung – als Teil einer umfassenden sozialen und ethischen Persönlichkeits­bildung und nicht als eine besondere Pädagogik. Es handelt sich also nicht um ein besonderes, zusätzliches Gebiet der Pädagogik, wie z.B. Erlebnispädagogik, Natur­pädagogik, Schulpädagogik, Spielpädagogik o. ä., sondern um eine Konzeption von Bildung, die alle Bereiche der Bildung durchdringen sollte.

Ziel dieser Bildung ist es, Menschen zu stärken, das Potenzial, das in ihnen steckt, zu erkennen und zu fördern und einen angstfreien Rahmen zu schaffen, in dem sie sich ermutigt fühlen, Neues auszuprobieren. Fehler, die gemacht werden, sind dabei dazu da, um daraus zu lernen, um sich selbst erkennen, realistisch einschätzen und verbessern zu können. Wir wollen die Angst, Fehler zu machen oder „sich zu blamieren“ abbauen.

Kinder und Jugendliche, mit denen wir arbeiten, sollen erfahren: Erwachsene trauen ihnen sehr viel zu, sie glauben an sie und nehmen sie ernst. Denn nur starke Kinder und Jugendliche werden später zu starken, geradlinigen Erwachsenen, die – wo nötig – Zivilcourage zeigen, die kritisch sind und sich nicht manipulieren lassen.

Auf dem Weg zu einer lebenswerten Zukunft brauchen wir Innovationen und Menschen, die Neues wagen. Neues zu entwickeln und zu erfinden, braucht Mut und Begeisterung. Um wirklich langfristig etwas zu verändern, braucht man nicht nur Mut und Begeisterung, sondern auch Vertrauen, Durchhaltevermögen, Standfestigkeit sowie die Fähigkeit, in Allem, auch in sogenannten „Rückschlägen“, das Positive zu finden. Zu unserem Konzept gehört es daher auch, solche Werte und Einstellungen bei den NachwuchspädagogInnen zu fördern, die wir ausbilden. Pädagogische PionierInnen, die Neues auf die Beine stellen, können aufgrund dieser Erfahrungen nicht nur für andere, nachfolgende PionierInnen Vorbild sein, sondern auch für Kinder und Jugendliche.

Unsere Methoden / Spiele, die wir in unserer Bildungsarbeit einsetzen, bauen daher nicht auf Konkurrenz sondern auf Kooperation auf. In unserer Gesellschaft werden nach dem Prinzip „besser, schneller, höher, weiter“ diejenigen aufs Podest gestellt und zu Idolen gemacht, die Bestleistungen in Bezug auf äußere Kriterien oder äußere Werte erbringen. Gelebte innere Werte wie z.B. Bescheidenheit, Genügsamkeit, Empathie, Einfühlungsvermögen sowie Engagement für den Schutz der Erde wird selten oder nicht gewürdigt. Im Gegenteil: diejenigen, die „gegen den Strom schwimmen“, die Rückgrat haben, unbestechlich und aufmüpfig sind, müssen oft mit Widerständen und Ausgrenzung rechnen.

Um eine lebenswerte Zukunft mitgestalten zu können, werden also innere Werte, aber auch Kompetenzen gebraucht. Bildung zum Schutz der Erde will Menschen die Möglichkeit geben, sich die Kompetenzen und die innere Werte anzueignen, die sie brauchen, um eine gewünschte, bessere, gerechtere Zukunft unseres Pla­neten gemäß ihrer selbst gewählten Wertorientierung mitgestalten zu können.

Um die gewachsenen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen, die an unserer Projektarbeit mitwirken, sichtbar zu machen, sie wertzuschätzen und ihre Mitwelt davon profitieren zu lassen, schließt jede Projektwoche mit einer – freiwilligen – Abschlusspräsentation ab. Die Kinder und Jugendlichen lernen dabei, frei und sicher aufzutreten, kreativ zu kommunizieren und ihre Zuschauer mit ihrer Freude am Lernen anzustecken. Eltern werden mit einbezogen, damit Kinder auch zu Hause ermutgt und unterstützt werden, neue Handlungsmöglichkeiten zu erproben und sich an den von ihnen als wichtig erkannten Werten zu orientieren.